Kulinarisches

Die traditionelle kanarische Küche verfügt nicht über eine lange Speisekarte, dafür sind ihre Gerichte gesund und leicht bekömmlich. Außerdem bietet die moderne Richtung der “kreativen Gastronomie” zahlreiche neue, mit den traditionellen Zutaten zubereitete Gerichte.

Ein wichtiger Bestandteil der kanarischen Küche ist der Käse (Blumenkäse, Hart- und Weichkäse, halbreifer Käse), der so reich an Sorten ist, dass die besten Gastronomen die Insel auch als “kleines Frankreich” bezeichnen. Statistisch gesehen ist Gran Canaria einer der Orte der Welt mit den meisten Käsesorten pro Quadratmeter, was aber ihre Qualität nicht mindert. Der charakteristische Hartkäse Manchego schmeckt mild, aromatisch und leicht säuerlich. Er ist in verschiedenen Reifestufen von “tierno", frisch und hellgelb, über “semi-seco", besonders mild und aromatisch, aber fast nur vor Ort erhältlich, bis zu “seco", trocken dunkelgelb und hart, zu bekommen.
Der Manchego hat 50 % Fett und ist eine von Kennern geschätzte Spezialität. Man erkennt ihn deutlich an seiner schwarzen Rinde und den Kerben von Hanfschnüren, mit denen der Käse traditionellerweise umwickelt wird. Außerdem ist auf der oberen und unteren Seite eine Blume eingeprägt. Seine Reifezeit liegt zwischen 2 und 12 Monaten, wobei das Aroma der Anjejos, der einjährigen, am intensivsten ist. Als Tapa, gerieben, aber auch als Dessert mit Quittenkonfitüre, gehört er unbedingt zur spanischen Küche.

Zu den klassischen Gerichten der Insel gehören unter anderem der Ziegenfleischtopf Compuesto de cabra, die Tollos en salsa (Gericht aus gesalzenem Trockenfisch) und die Carajacas, ein Gericht aus gegrillten Leberkugeln. Von den Einheimischen sehr begehrt ist der Fischeintopf Sancocho canario, der mit gesalzenem Wrackbarsch, Kartoffeln und Süßkartoffeln zubereitet wird. Als Beilage gibt es die pella de gofio (ein Teig aus geröstetem Maismehl, der mit der Brühe vermengt wird). Dazu wird auch die pikante und mit viel Knoblauch zubereitete Mojo-Sauce gegessen. Mojo gibt es in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Süß, mild, mittelscharf oder aber auch sehr scharf, die Feuer-Tunke. Mojo wird in den Restaurants separat in kleinen Schälchen serviert. Man tunkt - stilgerecht - seine Speisen darin ein.

Als Vorspeise isst man hauptsächlich Fischsuppen oder Potajes, Eintöpfe mit Gemüse, Fleisch, Speck - je nach Geschmacksrichtung - und vor allem mit Kartoffeln, die ein wichtiger Bestandteil der kanarischen Küche sind. Es gibt verschiedene Potajes: aus Jaramagos (Doppelsame), Kresse, Gemüse, Linsen oder Kichererbsen. Als Appetitanregung bestellt man zuerst Tapas. Bei einem Glas gekühlten Sherry, einem Fino oder einem Manzanilla, nascht man Oliven, Salzmandeln, Serrano-Schinken und Käse. Oder kleine kalte und warme Gerichte wie Nierchen in Sherrysauce, frittierte oder eingelegte Sardellen (Boquerones), mariniertes Gemüse und Meeresfrüchte, Salate und Tortillas, um nur einige Beispiele zu nennen.

Sehr begehrt unter den kanarischen Eintöpfen ist der Puchero. Er besteht aus verschiedenen Fleischsorten, Paprikawurst, Speck, Gemüse, Kartoffeln und Süßkartoffeln. Auch der Rancho, eine Art Eintopf mit Nudeln, Suppenfleisch und Kichererbsen, wird oft von den Kanariern verzehrt.
Weitere übliche Gerichte sind die saftig gebackene Schweinekeule, die Carajacas Krake in Vinaigrette- Sauce oder die Ropavieja, ein Gericht aus gebratenen Kartoffeln, Kichererbsen und Fleisch.